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Wettbewerb stößt auf großes Echo bei Architekten

Von unserem Mitarbeiter JOHANNES BITTER

Kreis Gütersloh (gl). 40 Architektenbüros nehmen am Realisierungswettbewerb für das Böckstiegel-Museum direkt neben dem Geburtshaus des bedeutenden Expressionisten Peter-August Böckstiegel (1869 – 1951) in Werther-Arrode teil. Zehn hat die Ausloberin, die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung, vorab gesetzt, 30 weitere sind am Dienstagnachmittag aus insgesamt 314 Mitbewerbern ausgelost worden.

Genauso viele blaue Chips schlummerten in der Lostrommel, aus der Böckstiegel-Haus-Nachbarin Christine Winkler-Schröer die Chancenreichen zog. Von Den Einsendern, die lediglich nachweisen mussten, Architekten zu sein, kamen 17 aus dem europäischen Ausland: sechs aus der Schweiz, vier aus Österreich, zwei aus Spanien sowie ein Interessent aus Frankreich, den Niederlanden, Finnland, Irland und Polen, wie Stadtplanerin Gudrun Walter aus dem Büro Drees & Huesmann (Bielefeld) erläuterte.

Vorsitzende des Vereins Peter-August-Böckstiegel ist Ursula Bolte (Steinhagen). Das Preisgericht unter Leitung des Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Ernst-Gerhard Güse (Weimar) tagt am 28. Oktober. Die Ausstellung der Erstplatzierten soll am 4. November eröffnet werden. Es gibt vier Preise und weitere Anerkennungen für insgesamt 18 000 Euro.

Nachdem Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) und die Geschäftsführerin der Stiftung, Beate Balsliemke, sich im Foyer des Kreishauses von der Ordnungsmäßigkeit der Lostrommel und ihres Inhalts überzeugt hatten, meinte es Glückfee Christine Winkler-Schröer gut mit folgenden Büros: Ulrich Farthofer (Freilassing), Martin Schlüter (Münster), Markus Kenkmann (Wuppertal), Stefan Barme (Berlin), Ivana Vokoja (Zürich), Peter Schlaier (Stuttgart), Karl-Michael Krach (Plettenberg), Rainer Mebus (Hamburg), Jürgen Hauck (Gießen), Therese Strohe (Berlin), Regina Leipertz (Köln), Stefan Giers (München), Alexander Pier (Düsseldorf), Ludolf von Schenck (Olfen), Katharina Löser (Berlin), Astrid Kirchner (Stuttgart), Margarethe Müller (Basel), Simon Lütgemeyer (Berlin) und Peter Pütz (Berlin).

Außerdem sind dabei Professorin Renate Abelmann (Berlin), Martha Chen Nunes (Köln), Ansgar Schulz (Leipzig), Clemens Nuyken (München), Michael Schneider (Koblenz), Birgit Wessendorf (Berlin), Anselm Vedder (Menden), Fabin Dieterle (Olfen), Werner Deist (Stuttgart), Siegbert Feldmeier (Münster), Detlef Wiegand (Dorsten), Christoph Mauz (München), Michael Lube (Darmstadt) und Norbert Frede (Münster).

Schon vorab gesetzte Büros

Gütersloh (bit). Die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung als Ausloberin hatte vorab folgende zehn Architekturbüros gesetzt: Lukas Baumewerd (Köln), Drewes und Strenge (Herzebrock), Hauer (Gütersloh), H.S.D. Architekten (Lemgo), Bernward Kraus (Frankfurt), Professor Christoph Mäckler (Frankfurt), Modesohn & Freiesleben (Berlin), Penkhues (Kassel), Schlattmeier (Herford), Professoren Spital-Frenking und Schwarz (Lüdinghausen).

Hintergrund

Das 1826 errichtete Böckstiegel-Haus in der Wertheraner Bauerschaft Arrode machte der dort 1889 geborene später bedeutende Expressionist Peter-August Böckstiegel bereits durch Atelieranbauten zum Künstlerhaus. Nachdem sein Atelier in Dresden 1945 durch Bomben zerstört worden war, kehrte er dorthin zurück. Er starb 1951. Seine Witwe Hanna (1894 – 1988), Tochter Sonja (1920 – 2005) und Sohn Vincent (1925 – 2007) bewohnten das Anwesen nicht nur, sondern öffneten es auch für Kunstfreunde. Seit 2008 kümmert sich die Böckstiegel-Stiftung um die Immobilie und die Pflege von mehr als 1000 Kunstwerken. Die Besucherzahl stieg 2013 auf 5200. Nach jahrlangen Diskussionen beschloss der Kreistag am 24. Februar bei zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen den Bau eines Museums neben dem Geburtshaus. Die Kosten dürfen zwei Millionen Euro nicht übersteigen. (bit)

Die Glocke, 28. Mai 2014

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