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Festhalten an der Ökosiedlung
Klasing Forst: Stiftung lässt Bäume fällen – CDU unterstützt Bebauungspläne für etwa 100 Neubürger
Hoberge-Uerentrup. Wer im Moment auf der Dornberger Straße durch Hoberge-Uerentrupp fährt, wird überrascht sein: ein fast komplettes Waldstück ist neben dem Feuerwehrgerätehaus abgeholzt worden. Geplant ist hier einmal eine Öko-Siedlung.
Ob indes die Öko-Siedlung, die Hoberge-Uerentrup etwa 100 Neubürger
bescheren könnte, realisiert wird, steht derzeit noch in den Sternen. Obwohl
die Verwaltung nach eingehender Prüfung zunächst mehr Vorteile als
Nachteile gesehen hat, machen bislang Politiker und Umweltschützer mehrheitlich
nicht mit. Weder die Bezirksvertretung Dornberg noch der Landschaftsbereit und
der Stadtentwicklungsausschuss stimmen im Rahmen ihrer Beratungen in diesem Frühjahr
dem Vorhaben zu. Seitdem herrscht Funkstille –bis zur vergangenen Woche. Da räumte
eine Firma in wenigen Tagen einen Großteil des zuletzt unansehlichen und
zum Teil zu dicht an der Dornberger Straße befindlichen Fichtenbestandes
weg. Folge: Dem Betrachter bietet sich ein spektakulärer Anblick der immensen
Baumfällaktion, und erneut ist in der Öffentlichkeit eine Diskussion über
das Für und Wider der beabsichtigten Wohnbebauung so nahe am Teutoburger
Wald entbrannt.
Hinter dem Konzept der Öko-Siedlung stehen die Klasingsche Familien-Stiftung, der das einen Hektar große Gelände gehört, sowie das Bielefelder Architektenbüro Oehme & Partner. Architekt Christoph Klasing (55) betont: „Hinter unserem Konzept der ökologischen Bauweise stehen zum Beispiel die Stadtwerke. Dass es im Moment eine politische Mehrheit nicht gibt, ist zwar bedauerlich aber wir geben nicht auf und werden auch künftig versuchen, erneut Überzeugungsarbeit beid en Politikern zu leisten.“
Die Baumfällaktion selbst erfolgte offenbar ohne irgendeine Genehmigung. Klasing: „Die Klasingsche Familien-Stiftung ist schließlich Eigentümer und lässt sich in dieser Beziehung nichts von der Politik vorschreiben.“ Zudem sei die Fällung der etwa 50 Jahre alten Fichten aus forstwirtschaftlicher Sicht notwendig gewesen, fügt Klasing hinzu. Das Holz werde nun verkauft und die Fläche gesäubert. Eine Neuaufforstung an dieser Stelle kommt nicht in Frage. Dem widerspricht allerdings angeblich, das Forstgesetz. Die Pläne einer Öko-Siedlung befürwortet nach wie vor Petra Brinkmann, CDU-Mitglied im Rat und in der Bezirksvertretung Dornberg.
„Wir sehen das Ganze als bauliche Abrundung, zumal hier auch die Infrastruktur stimmt. Grundschule, Verbrauchermarkt, Kirche und Restaurants sind alle in der Nähe.“ Die Chance, insbesondere junge Familien in schöner Lage anzusiedeln, dürfte man nicht so einfach vertun, sagt Brinkmann. „Zumal die Nachfrage von Bauwilligen da ist.“
Westfalen-Blatt, 18. August 2010