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Ein neues Haus für ankommende Flüchtlinge

• Sage und schreibe nur neun Monate haben die am Bau beteiligten Firmen benötigt, um den Anbau für die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge am Südring hochzuziehen. „Das war schon eine stramme Leistung“, sagt Architekt Joachim Oehme nicht ohne Stolz. Seine Firma Projekt + 3 Oehme & Co. KG war zudem als Generalplaner dafür verantwortlich, dass alle Zahnräder ineinander greifen.

[…] Mit dem Anbau wurde die Kapazität von 250 auf 450 Betten erweitert – und wie man mittlerweile weiß, reicht das längst nicht mehr aus. „Wenn zu dem Zeitpunkt, als wir unser Konzept entworfen haben“, sagt Oehme, „die Entwicklung in ihrer ganzen Dramatik abzusehen gewesen wäre, hätten wir sicherlich noch einmal anders geplant.“ […]

Was wohl nicht geändert worden wäre, ist die flexible Nutzungsmöglichkeit des neuen, funktionalen Gebäudes. Nach den Worten des Architekten könnten im Bedarfsfall ganze Abschnitte oder Etagen separiert werden – beispielsweise, um in Krankheitsfällen eine Quarantänestation zu schaffen. Oder um verschiedene Ethnien getrennte Bereiche zuzuweisen oder Großfamilien aufnehmen zu können. Joachim Oehme erklärt, dass die Stadt diese Flexibilität gerne auch bei anderen Flüchtlingsunterbringungen hätte. […]

Deutlich verbessert worden ist mit dem Neubau die Aufnahmesituation. Die ankommenden Flüchtlinge können gleich in den großen Aufenthaltsraum gelangen, dort mit Essen und Getränken versorgt werden, müssen nicht irgendwo auf Fluren warten, bis die ersten Formalitäten erledigt sind. „Das ist schon mal eine deutlich bessere Willkommenskultur“, meint Joachim Oehme. […]

Neue Westfälische, 11. September 2015

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